Exploit am Curling Masters in Champéry
Von Donnerstag bis Sonntag standen wir bei der ersten Ausgabe des Curling Masters in Champéry im Einsatz. Durch die Durchführung der Europameisterschaften letztes Jahr hatten die Organisatoren bereits einiges an Know-how gewonnen. Der ganze Event wurde sehr professionell und mit vielen Helfern durchgeführt.
Einzig die etwas mässigen Informationen über Regeln und die Nachführung von Resultaten und Tabellen muss man als negative Punkte erwähnen. Ansonsten würden wir uns enorm freuen, wenn sich dieser Event etablieren könnte.
30 Teams spielten um den Titelgewinn. Es wurden sechs Fünfergruppen gebildet. Gegen jeden Gruppengegner wurde einmal gespielt. Die Gruppen-Ersten qualifizierten sich direkt für den Viertelfinal, die Gruppen-Zweiten konnten sich über Tiebreaks für den Viertelfinal qualifizieren.
Da Pascal erst auf das dritte Spiel nach Champéry reisen konnte, spielten wir die ersten beiden Spiele mit Jean-Francois Mayoraz. Er hatte die Universiade mit Pascal, Flo und Stefan gespielt und war für uns kein unbeschriebenes Blatt und damit ein idealer Ersatzspieler.
Im ersten Gruppenspiel bekamen wir es mit dem norwegischen Team um Skip Thomas Lövold zu tun. Die Eisverhältnisse waren zu Beginn etwas schwierig. Wir kamen mit diesen aber insgesamt besser zurecht und konnten so den Gegner konstant unter Kontrolle halten. Daraus resultierte ein 7:4 Startsieg. In der zweiten Gruppenbegegnung gegen das Schottische Vizeweltmeister-Team um Skip Tom Brewster gelang uns ein gutes Spiel, beide Teams hatten die Chance das Match für sich zu entscheiden. Doch dies gelang beiden Teams bis knapp vor Ende der Partie nicht. Wir gingen unentschieden aber ohne letzten Stein ins letzte End. Wir mussten unbedingt einen Stein stehlen und spielten ein gutes End. Leider gelang der letzte Stein von Florian nicht wunschgemäss und so musste Brewster mit seinem letzten Stein nur noch das leere Haus treffen um zu gewinnen. Dies gelang und wir mussten die erste Niederlage hinnehmen.
Im dritten Vorrundenspiel und im ersten Spiel mit Pascal gelang uns dann ein klarer Sieg gegen das Team Limmattal um Skip Mario Freiberger. Auch gegen das Norwegische Team Mellemseter, welches wir bereits in Basel am Swiss Cup klar geschlagen haben, bekundeten wir keine Mühe. In diesem Spiel konnten wir wieder enorm viel Druck auf den Gegner ausüben, welcher sich dann mit der Zeit bezahlt gemacht hatte.
Wir gewannen somit drei der vier Gruppenspiele und wurden in der Gruppe hinter dem Team Brewster Zweiter. Dank unserem guten Steinspiel (nach jedem Spiel muss ein Spieler des Teams möglichst nahe an das Zentrum treffen und die Distanz zum Mittelpunkt wird gemessen; daraus wird ein Mittelwert gebildet und für das Ranking verwendet) mussten wir die erste Tiebreakrunde für die Viertelfinals nicht spielen und konnten direkt in der zweiten Runde einsteigen. Wir spielten gegen das Schottische Team um Skip David Murdoch, seines Zeichens zweifacher Weltmeister und dreifacher Europameister. Bis zur Spielmitte konnten weder unser Gegner noch wir einen Vorsprung herausspielen. Ein Dreierhaus im fünften End brachte uns in eine angenehme Ausgangslage. Im letzten End, immer noch mit drei Steinen Vorsprung, konnten die Schotten mit einem sensationellen Stein noch drei Punkte aufholen und wir mussten somit ins Zusatzend. In diesem spielten wir sehr konzentriert und wir konnten die Spielfeldmitte freihalten. So konnte Pascal am Schluss mit einem Take-Out den Sieg und den Viertelfinaleinzug für uns klarmachen.
Auch im Viertelfinal wartete ein grosses Kaliber. Das Schwedische Europameister-Team mit Skip Niklas Edin hatte mit uns eine Rechnung offen. Wir besiegten sie bereits am Baden Masters. Auch in diesem Spiel brachte uns ein Dreierhaus auf die Siegerstrasse. Diesen Vorsprung liessen wir uns dieses Mal nicht mehr nehmen und wir spielten die Partie sicher zu Ende.
Somit hatten wir uns erstmals für einen Halbfinal an einem CCT-Turnier qualifiziert! In diesem hatten wir die Gelegenheit uns für die Vorrundenniederlage gegen das Team Brewster zu revanchieren. Leider hatten wir das Eis schlechter im Griff als unser Gegner. Dazu schlichen sich auch zu viele spielerische Fehler ein, was ein kontinuierlicher Ausbau des Vorsprungs des Gegners bedeutete. Diesen konnten wir nicht mehr wettmachen und wir mussten nach 7 Ends dem Gegner zum Finaleinzug gratulieren. Uns blieb der geteilte dritte Platz und vor allem ein ereignis-, erfahrungs- und erfolgreiches Weekend in Champéry.
Hier findet ihr unsere Resultate: http://www.curling-masters.ch/en/results/
Unserer Meinung nach hat dieser Event sehr viel Potential und wir würden uns freuen auch nächstes Jahr an diesem Turnier teilnehmen zu können.
Unser Viertelfinalspiel wurde vom Schweizer Sportfernsehen SSF aufgezeichnet. Ausschnitte daraus oder auch das ganze Spiel wird morgen Mittwochabend ab 20 Uhr auf SSF ausgestrahlt.


